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Lukratives Abwasser
Stadt will den Entwässerungsbetrieb zu Geld machen
FÜRTH - Die Kommune entwickelt ungeahnte Kreativität bei der Erschließung neuer Geldquellen. Wie berichtet, soll nun die Stadtentwässerung - also Kanäle, Maschinen und Kläranlage - versilbert werden, um das voraussichtliche Haushaltsloch des kommenden Jahres in Höhe von 20 Millionen Euro zu füllen. Auf welche Art das geschieht, ist allerdings noch höchst umstritten.
Zwei Lager stehen sich gegenüber: auf der einen Seite jenes, das einen Verkauf von Anteilen an eine Firma aus der Privatwirtschaft befürwortet. Das letzte Wort behielte auch hier die Stadt. Auf der anderen Seite diejenigen, die das Abwasser weiter komplett in kommunaler Regie entsorgen wollen.
Beide Varianten sollen der Stadtkasse einen Geldsegen in zweistelliger Millionenhöhe bescheren. Deutlich mehr würde bei der Hereinnahme eines privaten Dritten herausspringen - was den Schritt für die Kommune besonders verlockend erscheinen lässt.
Dem stehen Bedenken entgegen, die Stadt könnte die Kontrolle über die Abwassergebühren und die Sicherheit der 100 Arbeitsplätze verlieren. Bis zum März 2005 soll die Entscheidung für eines der beiden Modelle fallen, hat Oberbürgermeister Thomas Jung vorgegeben.
Damit ein stattlicher Betrag zu Deckung des Defizits in den Etat eingesetzt werdenkann, muss der Stadtrat aber schon in seinen Haushaltsberatungen im Dezember - ohne konkrete Festlegung - grünes Licht für eine grundsätzliche Veränderung bei der Stadtentwässerung geben.
An der Spitze der Befürworter eines Modells mit privater Beteiligung steht der Chef des Fürther Versorgungsunternehmens infra, Hans Partheimüller. Seinen Gegenpart nimmt Baureferent Joachim Krauße ein. Ihm untersteht die Stadtentwässerung, die derzeit als Abteilung des Tiefbauamtes geführt wird. Während Partheimüller bereist vor Beschäftigten und Stadträten die Werbetrommel rühren durfte, ist Joachim Krauße erst noch an der Reihe. Er wird vor der Sitzung des Bauausschusses am 10. November versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten.
WOLFGANG HÄNDEL
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