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"Es gibt kein Risiko für Fürth"

Der Chef der infra wirbt für die Variante mit privater Beteiligung

Hans Partheimüller, Geschäftsführer der infra Fürth Holding, denkt unternehmerisch - und ist deshalb ein glühender Verfechter des Betreibermodells, bei dem Anteile an einen privaten Dritten verkauft werden. Für sein Unternehmen, das räumt er unumwunden ein, ergäbe sich durch den Einstieg in die Stadtentwässerung ein neues und gewinnträchtiges Geschäftsfeld neben dem bisherigen Stammgeschäft, dem Verkauf von Energie und Wasser sowie dem Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs.
Partheimüller hat dabei nicht allein die Fürther Stadtentwässerung im Blick. Die infra und ihr "strategischer Partner" wollen die Dienstleistungen ihrer gemeinsamen Abwasser-GmbH nach Früther Vorbild auch anderen Gemeinden im Umland schmackhaft machen. Darin, und nicht in einem etwaigen GEwinn aus dem Betrieb der Fürther Stadtentwässerung, liegt auch der eigentliche Nutzen für den privaten Partner.
Der müsste zwar per europaweiter Ausschreibung gefunden werden, als heißer Favorit gilt aber schon jetzt die Gelsenwasser AG, der von den Stadtwerken Bochum und Dortmund getragene "Platzhirsch" auf dem deutschen Markt. Vor kurzem warb deshalb auch die Gelsenwasser-Vertreterin Gunda Röstel vor den Beschäftigten der Stadtentwässerung und den Stadträten für ihr Modell.
Röstel hofft, dass ihr Unternehmen über Fürth den bayerischen Markt erobern kann. Denn im Freistaat hat noch keine einzige Kommune auf die Teilprivatisierung gesetzt. Ganz anders ist das im restlichen Bundesgebiet, wo viele diesen Weg gingen, darunter große Städte wie Bremen und Dresden. Klagen wurden bisher nicht bekannt.
In Röstels Augen ist die Entscheiung der Stadt für das Betriebermodell nicht allein unter dem GEsichtspunkt des verlockenden einmaligen Millionenertrags zur Sanierung des Haushalts zu sehen. Für sie handelt es sich um eine "strategische Weichenstellung", die es Stadt und infra erlaube, an einem "nationalen und internationalen Wachstumsmarkt" zu partizipieren. Zudem werde die Kostenbelastung für kommunale Abwasserunternehmen angesichts rückläufiger Abwassermengen und gleichzeitig steigender Investitionen "ein immer schwierigerer Balanceakt". Die Hereinnahme privatwirtschaftlichen Know-hows könne deshalb nur von Vorteil sein.
Bedenken, die Entsorgungsgebühren könnten dadurch nach Gutdünken steigen, bemüht sich Röstel zu zerstreuen. Im Vertrag lasse sich festlegen, dass es "keine privatisierungsbedingten Steigerungen" geben darf. Im Klartext: Eine Erhöhung, die allein dem Zweck dient, den GEwinn der GmbH zu erhöhen, sei ausgeschlossen. "Es gibt für die Stadt überhaupt kein Risiko", sagt Hans Partheimüller.
Auch den Fürther Beschäftigten versucht die Gelsenwasser-Managerin und frühere Sprecherin des Grünen-Bundesvorstands ihre "berechtigten Ängste" zu nehmen. Sie pflichtet Partheimüller bei, der versichert, der Deal werde "garantiert nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen".
Der infra-Chef sieht keinen Grund für die Furcht vor einer Teilprivatisierung. Grund: Seit Jahren schon hälter der Konzern E.on einen fast 20-prozentigen Anteil am Energiesektor der infra - mit positiven Auswirkungen aufs Geschäftsergebnis der Fürther Holding. Dies, so Partheimüller, habe doch gezeigt, "dass ein strategischer Partner nicht von Schaden ist".
hän
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