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Ansprechpartner sind: Dr. Peter Lefrank
  Günther Zeuner
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Mehr Geld oder doch mehr Sorgen?

Betrifft: Diskussion über eine Privatisierung der Stadtentwässerung Fürth.

Es ist eine Freude zu lesen, wie man unsere Bevölkerung mittels des Wasserbündnisses verdummen möchte. Für eine Stadt wie Fürth gibt es nichts Besseres, als eine Privatisierung anzustreben. Warum? Es kommt Geld in die Kasse, um Schulden abbauen zu können, statt teure Kredite aufzunehmen. Man kauft über Refinanzierung innerhalb von zirka 25 Jahren das Netz zurück. Durch sozialverträgliche Abmachungen sind die Bürger vor überhöhten Kosten geschützt.
Es stimmt, jeder Anleger will Gewinn erwirtschaften. Doch kann man dies auch überSteuerabschreibungen bewältigen, wie es amerikanische Gesellschaften praktizieren. Warum macht es unser Staat vor? Zum Beispiel die Fürther Polizedirektion oder kommerzielle Unternehmen und U-Bahnen in vielen Städten der Bundesrepublik Deutschland. Es läuft bestens. Geschäftsleute, auch Privatleute, kaufen ihre Autos beispielsweise auf Leasing-Basis und binden so kein Kapital. Es wäre interessant, durch eine Befragung bei den Unterschriftensammlungen des Fürther Bündnisses zu erfassen, wie viele Personen nur ihren Wagen auf Leasing gekauft haben!
Warum diese ganze Aufregung? Fürth würde viel Geld in den nächsten Jahren sparen. Bisher konnten keine so großen Gewinne an die Stadt abgeführt werden. Dies sollten unsere Stadträte bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Hans-Werner Kleinau, Fürth

Herr Nowak spricht sich in seinem Leserbrief gegen das "Bürgerbegehren gegen die Privatisierung der Fürther Abwasserversorgung" aus. "Denn in der Konsequenz müsste man dann auch gegen die Belieferung der Kunden mit Trinkwasser und Energie durch privatisierte Stadtwerke sein." Da hat Herr Nowak Recht, das wäre konsequent und vernünftig. Herr Nowak versucht aber daraus ein Argument gegen das Bürgerbegehren zu konstruieren.
Dass die Privatisierung der Energieversorgung nicht unbedingt ein Segen ist, mussten in diesem Winter tausende von Menschen schmerzlich erfahren, als schlecht gewartete Stromleitungsmasten reihenweise zusammenbrachen und Menschen tagelang ohne Strom blieben. Dass die Masten erneuert werden mussten, war bekannt. Der private Betreiber unterließ es aber.
Aber auch in Fürth sind etliche Bürger wegen deren rüder Methoden nicht unbedingt gut auf die infra zu sprechen. Wenn zum Beispiel wegen relativ geringer Zahlungsrückstände mitten im März bei Minustemperaturen damit gedroht wird, den Gashahn abzudrehen oder Familien mit kleinen Kindern ohne Strom dasitzen. Soziale Verantwortung, Verständnis für Notlagen? Der Drang, Gewinne zu erwirtschaften, geht vor.
Vieles spricht also tatsächlich dafür, diesen Bereich wieder als städtische Aufgabe wahrzunehmen. Vorrangig ist aber die Rekommunalisierung der Wasseversorgung. Die Wasserversorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge, der viel zu sensibel und wichtig ist, als ihn der Profitlogik zu überlassen, denn das kann böse ausgehen.
Allerdings: Unsere Trinkwasserversorgung gehört nur noch zum Teil der infra. Knapp 20 Prozent sind im Besitz des Energiekonzerns E.on, und der schickt sich gerade an, groß in das Wassergeschäft einzusteigen. Wer weiß, wie da die Verträge genau aussehen! Ist es wirklich klug, auch noch die Abwasserversorgung aus der Hand zu geben? Die innerhalb kürzester Zeit gesammelten 5000 Unterschriften für den Erhalt der Abwasserentsorgung als Eigentum der Stadt stellen einen überwältigenden Vertrauensbeweis der Bürger für die Arbeit der Angestellten der Stadtentwässerung dar. Für diese wird es Ansporn sein, ihre gute Arbeit transparenter zu machen und, wenn möglich, noch effizienter zu verrichten. Wer hat dafür mehr Kompetenz als die Mitarbeiter der Stadtentwässerung?

Stephan Stadlbauer, Fürth
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