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Zweckverband hat ausgedient
Knoblauchsland: Wasserversorgung geht an die Stadtwerke


FÜRTH (di) — Der seit 1957 bestehende Zweckverband zur Wasserversorgung des Knoblauchslandes wird zum Jahresende aufgelöst. Mit dem entsprechenden Beschluss haben die Verbandsräte in ihrer letzten Sitzung den Weisungen der Stadträte von Nürnberg und Fürth Rechnung getragen.

Am 1. Januar übernehmen die Stadtwerke der Nachbarkommunen die Wasserversorgung. Auf die 18 500 Zweckverbandskunden kommen dann Preissteigerungen zu. Auf Fürther Gebiet steigt der Wasserpreis pro Kubikmeter um 17 Prozent von 1,30 auf 1,48 Euro. Für einen durchschnittlichen Haushalt sind das rund 30 Euro mehr im Jahr. Die Nürnberger Kunden müssen sich sogar auf eine 30-prozentige Preissteigerung gefasst machen. Der Wasserabgabepreis des Zweckverbandes lag bislang deutlich unter dem Niveau der in den Städten üblichen Tarife.

Wie berichtet, werden die Anlagen des Zweckverbandes an N-Ergie und infra Fürth "verkauft". Der Erlös dieser Transaktion spült jeweils 1,4 Millionen in die strapazierten Stadtkassen. Das Wasserleitungsnetz im Knoblauchsland wird mit dem der Städte verbunden. In Fürth ist das ohnehin bereits erfolgt, nachdem die Mannhofer Flachbrunnen des Zweckverbands wegen der hohen Nitratbelastung stillgelegt wurden.

Nur eine Gegenstimme

Seither sind nur noch die beiden Tiefbrunnen in Betrieb. Was mit ihnen und dem Mannhofer Wasserwerk geschehen soll, wird noch von Experten geprüft. Vertraglich geregelt ist die Weiterbeschäftigung der zehn Zweckverbandsmitarbeiter zu den bisherigen Konditionen. Auf Nürnberger Seite müssen zur Netztrennung noch 600 Meter Wasserleitung neu verlegt werden.

Gegen die Übernahme des Zweckverbands durch die Stadtwerke stimmte lediglich die Fürther Verbandsrätin und SPD-Stadträtin Marianne Niclaus. Der Verbandsrat setzt sich aus vier Fürther und vier Nürnberger Mitgliedern zusammen. Für den Auflösungsbeschluss war eine Zweidrittelmehrheit nötig.

Kritiker fürchten um die kommunale Kontrolle der Wasserversorgung, da an der infra zu 20 Prozent der privatwirtschaftliche Energiekonzern E-on beteiligt ist. Schließlich hat man in Fürth nach langer Diskussion schon einer Privatisierung der Abwasserentsorgung den Riegel vorgeschoben. Die vollständige Auflösung des Zweckverbands wird nach Einschätzung seines Vorsitzenden Werner Bloß etwa noch etwa ein halbes Jahr dauern.

VOLKER DITTMAR
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