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Fatale Entwicklung
Betrifft: Auflösung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung des Knoblauchslandes.
Es ist gerade mal ein gutes halbes Jahr her, dass uns die Privatisierungsgurus des Fürther Stadtrats und der Stadtverwaltung angesichts des sich abzeichnenden deutlichen Bürgerentscheids gegen die Abwasser-Privatisierung Glauben machen wollten, sie hätten verstanden, wie notwendig es ist, die kommunale Daseinsfürsorge nicht leichtfertig aus den Händen zu geben. Lange hielt diese vermeintliche Einsicht nicht an, wie der kurz darauf gefasste Beschluss zeigt, die Farrnbachschule über ein so genanntes PPP-Modell zu sanieren, allen Bedenken und Negativerfahrungen andernorts zum Trotz.
Nun kommt also der nächste Hammer: die beabsichtigte "Eingliederung", treffender wäre Einverleibung, des Trinkwasserverbunds Knoblauchsland in die infra gmbh. Mit dem verharmlosenden Argument, die infra wäre ja auch ein quasi städtischer Betrieb, versucht man von neuem, die Menschen hier für dumm zu verkaufen, denn erstens sitzt in dieser GmbH bereist ein fetter Energieversorger, die E.on, mit im Boot, und zweitens ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mehrheit im Stadtrat dem Jammern des Kämmerers nachgibt und weitere Anteile zur Sanierung des immerzu klammen Stadthaushalts verschleudert, Beispiele aus anderen Kommunen gibt es leider schon zuhauf.
Den Damen und Herren scheint die Tragweite ihres verantwortungslosen Handelns, wenn überhaupt, erst dann klar zu werden, wenn hier zu Lande Strom- und Wassersperrungen an der Tagesordnung sind, oder sich viele Menschen aus der "Unterschicht" sich diese zur Ware verkommenenen Allgemeingüter nicht mehr leisten können, in anderen "durchprivatisierten" Ländern sind solche Zustände bereits Alltag.
Eine Fürther Spezialität scheint darüber hinaus die Umsetzung solcher Vorhaben zu sein. Den vollmundigen Versprechungen von Offenheit, Information und Einbeziehung der BürgerInnen und Organisationen folgen Geheimniskrämerei und Gemauschel hinter verschlossenen Türen. Dass mit diesem Verhalten Politikverdrossenheit geradezu gezüchtet wird, braucht niemanden zu erstaunen.
Anja Schmaizl, Stefan Groll
Fürth
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